Tarifautonomie

Darunter versteht man das Recht der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände, Löhne, Gehälter und andere Arbeitsbedingungen selbstständig und unabhängig zu regeln – ohne staatliche Einflussnahme. Die Tarifautonomie ist durch das Grundgesetz (Artikel 9, Abs. 3) geschützt.

Tarifbindung

Damit ein Tarifvertrag für einen Betrieb und die dort Beschäftigten wirksam wird, muss der Arbeitgeber Mitglied im Arbeitgeberverband und der Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft sein – sonst hat der Beschäftigte keinen rechtlich zwingenden Anspruch auf Leistungen aus dem jeweiligen Tarifvertrag.

Tariferhöhung

Durch Lohn-, Gehalts- oder Entgelttarifverträge vereinbarte Erhöhung der tariflichen Grundvergütungen. Die T. kann verschiedene Formen bzw. Komponenten beinhalten: einheitliche (‘lineare’) prozentuale Erhöhung, Sockelbetrag, Festbetrag, Mindestbetrag, Pauschalzahlung, Einmalzahlung. Die tarifliche Abschlussrate kann zu einer jahresbezogenen Tariferhöhung umgerechnet werden. Eine solche kalenderjährliche Erhöhung bringt die Steigerung der durchschnittlichen tariflichen monatlichen Grundvergütung eines Jahres gegenüber der durchschnittlichen tariflichen monatlichen Grundvergütung des Vorjahres zum Ausdruck.

Tarifflucht

Rückzug von Unternehmen aus der Tarifbindung, etwa durch Verlassen des Arbeitgeberverbandes oder durch Wechsel in eine OT-Mitgliedschaft.

Tarifpolitik

Tarifpolitik bezeichnet die Verhandlung und den Abschluss von Tarifverträgen zwischen Tarifvertragsparteien, also zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern oder Arbeitgeberverbänden. Ein Mittel der Tarifpolitik kann bei erfolglosen Tarifverhandlungen auch der Arbeitskampf (zum Beispiel ein Streik) sein. Themen der Tarifpolitik sind alle Inhalte, die üblicherweise in Tarifverträgen geregelt werden: von Lohn- und Gehaltsregelungen über Urlaubsregelungen bis zu Regelungen für die Altersvorsorge, die Aus- und Weiterbildung sowie die Übernahme nach der Ausbildung. Die Tarifpolitik ist innerhalb des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Aufgabe der acht Mitgliedsgewerkschaften.

Tarifverhandlungen

Tarifverhandlungen finden zwischen Tarifvertragsparteien, also einer Gewerkschaft und einem Arbeitgeber oder Arbeitgeberverband, zwecks Abschluss eines Tarifvertrags statt. Die im Grundgesetz festgeschriebene Tarifautonomie schützt in Deutschland Tarifverhandlungen vor staatlichen Eingriffen oder Einschränkungen. Außerdem sind Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks im Rahmen von Tarifverhandlungen durch Artikel 9 des Grundgesetzes geschützt.

Tarifvertrag

Der schriftliche Vertrag zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften (Tarifvertragsparteien) regelt die Rechte und Pflichten der Tarifvertragsparteien und enthält Rechtsnormen über Inhalt, Abschluss und Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie über betriebliche und betriebsverfassungsrechtliche Fragen. Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen dürfen von den Tarifnormen nicht zu Ungunsten des Beschäftigten abweichen (Unabdingbarkeit). Unterschiede wird zwischen Vergütungs-, Rahmen- und Manteltarifverträgen. Tarifverträge werden in einem Tarifregister verzeichnet.

Teilzeit

Seit 1. Januar 2002 gibt es den gesetzlichen Anspruch auf einen Teilzeitarbeitsplatz, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestanden hat und der Arbeitgeber mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt. Wenn 3 Monate vor dem geplanten Beginn der Teilzeit die Reduzierung unter Angabe des Umfangs und mit einem Vorschlag zur Verteilung beantragt wurde, muss der Arbeitgeber versuchen, sich mit dem Arbeitnehmer über eine Neugestaltung der Arbeitszeit zu einigen. Er kann den Antrag nur ablehnen, wenn er betriebliche Gründe dafür hat, beispielsweise, dass zu hohe Kosten verursacht werden oder der Betriebsablauf wesentlich beeinträchtigt wird, etwa weil kein Ersatz zu bekommen ist. Kann er diese Gründe nicht vorbringen oder teilt er die Ablehnung nicht spätestens einen Monat vor dem geplanten Beginn der Teilzeitbeschäftigung schriftlich mit, dann gilt die neue Arbeitszeit nach den Wünschen des Arbeitnehmers als vereinbart.