Schlichtung

In der Tarifpolitik bezeichnet die Schlichtung ein Instrument zur Lösung von Tarifkonflikten und zum Abschluss von Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaften oder die Arbeitgeberseite .- also die Tarifparteien – können die Schlichtung „anrufen“, wenn die regulären Tarifverhandlungen zu keinem Tarifabschluss führen, In diesem Fall wird eine paritätisch besetzte Schlichtungskommission einberufen, die von ein oder zwei neutralen Personen geleitet wird (die „Schlichter“). Dem Ergebnis einer Schlichtung müssen beide Tarifvertragsparteien zustimmen. Ist dies nicht der Fall können weitere Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks folgen.

Schwerbehindertenvertretung

Eine Schwerbehindertenvertretung (SchwbV) ist das Mitbestimmungsorgan für die besonderen Interessen schwerbehinderter ArbeitnehmerInnen eines Betriebes. Schwerbehindertenvertretungen werden in der Regel alle vier Jahre gewählt. Die allgemeinen Arbeitnehmervertretungen (Betriebs- und Personalräte) sollen sich für die Wahl von SchwbV einsetzen, eine SchwbV kann aber auch in Betrieben gewählt werden, in denen es keinen Betriebsrat gibt.

Sexuelle Belästigung

Sexuelle Belästigung – das sind sexuelle Annäherungsversuche jeder Art: Gesten, Äußerungen, jeglicher unerwünschter körperlicher Kontakt, sexuell abfällige Anspielungen oder sexistische Bemerkungen, die wiederholt am Arbeitsplatz vorgebracht werden und von der Person als beleidigend empfunden werden, auf die sie zielen. Sexuell belästigend sind auch Anspielungen und sexistische Bemerkungen, die die jeweilige Person in ihrer Arbeitsleistung beeinträchtigen, ihre Einstellung gefährden oder am Arbeitsplatz eine unangenehme oder einschüchternde Atmosphäre schaffen.

Sozialpartner

Der Begriff Sozialpartner steht für die Partnerschaft von Gewerkschaft auf der einen und Arbeitgeberverband auf der anderen Seite. Im Rahmen der Sozialpartnerschaft suchen Gewerkschaften und Arbeitgeber nach gemeinsamen Konzepten für die Gestaltung von Lohn- und Arbeitsbedingungen, aber auch nach gemeinsamen Konzepten in anderen Politikbereichen. Auf der betrieblichen Ebene agieren Betriebsrat und Geschäftsführung als Sozialpartner.

Sozialversicherungsbeiträge

Das deutsche Sozialversicherungssystem ist weitgehend beitragsfinanziert. Die Sozialversicherungsbeiträge für die fünf gesetzlichen Sozialversicherungszweige Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung werden traditionell von Arbeitgebern und ArbeitnehmerInnen aufgebracht (bei der Unfallversicherung ausschließlich von den Arbeitgebern) und sind vom jeweiligen Lohn oder Gehalt abhängig. Die Beiträge wurden lange Zeit weitgehend paritätisch zu gleichen Teilen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite getragen. Diese paritätische Finanzierung ist inzwischen vielfach durchbrochen: bei der Krankenversicherung durch Zusatzbeiträge, bei der Pflegeversicherung durch die Abschaffung eines gesetzlichen Feiertags zu Lasten der ArbeitnehmerInnen und bei der Rentenversicherung durch vermehrte private Vorsorgeanteile.
Sozialversicherungsbeiträge

Streik

Streik ist die kollektive Arbeitsniederlegung, um tarifliche Forderungen unter Führung der zuständigen Gewerkschaft zu erreichen. Einem Streik geht in der Regel eine Urabstimmung voraus. Während des Streiks hat der Streikende keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Gewerkschaftsmitglieder erhalten Streikgeld von ihrer Gewerkschaft; im Schnitt zwei Drittel des Bruttoeinkommens. Das nach einem Arbeitskampf gefundene Ergebnis wird den Mitgliedern in einer zweiten Urabstimmung vorgelegt. Das Recht zu streiken ist durch Artikel 9, Abs. 3 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich geschützt. Nur mit dem Streikrecht kann die Tarifautonomie von den Gewerkschaften wirksam wahrgenommen werden.